Hamburg hat demnächst ein Privattheater weniger und die Hauptstadt eine Nervensäge mehr an der Backe: Gunnar Dreßler. Auch wenn meine Erfahrung mit Herrn Dreßler sich auf ein nicht zustande gekommenes Vorsprechen beschränkt, ist mir kein einziger Künstler bekannt, der den Noch-Basilika-Intendanten nicht für einen respektlosen Wichtigtuer hält. Ich persönlich fand es immer verschwenderisch, dass ein für ein Off-Theater wirklich gut ausgestattetes Haus in exzellenter Lage sich so gefälligen Stoff aussucht wie Zweiohrküken oder Ladies Night und den dann auch noch indiskutabel inszeniert. Ich sah zwei Eigeninszenierungen an der Basilika. Beide werden auf der Homepage des Theaters als Highlights der letzten 20 Jahre aufgeführt und wer's gesehen hat, will nach der Lektüre nicht mehr wissen, wie eine nach eigener Aussage eher mäßige Inszenierung ausgesehen hätte. Die Kollegen an der Tribüne in Berlin, wo Dreßler jetzt sein kreatives Potential entfaltet, erhalten by the way eine Abendgage, pardon, ein Schweigegeld von … tadaaa … 30, in Worten dreißig Euro.
Liebe Hamburger Kollegen, wie also kommen wir jetzt an die Basilika-Räume, um eine bessere Spielstätte daraus werden zu lassen? Was wird aus dem Haus? Weiß das jemand? Im Abendblatt heißt es nur, eine weitere kulturelle Nutzung sei denkbar und Interessenten hätten vorgefühlt. Hätte ich Kapital oder einen hinreichend wohlhabenden Fan, würde ich mich einreihen.





